Ohne Aufregungen geht es nicht

Mai 31, 2012

Seit kurzem schont Rudi seinen rechten Hinterlauf. Alle Versuche, die Ursache zu finden, blieben erfolglos. Geduldig ließ er alles Abtasten, Dehnen und Beugen über sich ergehen. Bis heute morgen: die Haare zwischen den Zehenballen waren gerötet vom Lecken und weinte kurz auf, als ich die Ballen zur Seite bog, um die Haare zu schneiden.

Der Tierarzt war schlauer als wir. Erfand heraus, daß Rudis Zeh mit großer Wahrcheinlichkeit gebrochen ist. Nun bekommt er ein Mittel gegen die Schmerzen und die Schwellung. Bis Montag sollte es wesentlich besser gehen.

Er ist allerdings gut gelaunt und läuft nach dem “Doping” schon fast normal.

Ich allerdings habe mir beim Tierarzt eine Rüge eingehandelt. ;) Er agte mir die Dosierung: “Heute für einen Hund von 30 kg. ” Ich gab sofort zurück: “Aber er wiegt höchstens 23 kg.”     Die Antwort: “Sie sollen Ihrem Tierarzt nicht widersprechen!”

 

Besuch beim Urologen

Mai 21, 2012

Der Facharzt, der so gar nicht zu unangebrachtem Optimismus neigt, sagte, er könne nur staunen, wie gut Bernd das alles verkraftet und überstanden hat. Das deute doch auf eine sehr gute Konstitution hin.

Das Ultraschall zeigte, daß die Lymphozele ganz verschwunden ist und auch sonst im kleinen Becken alles in Ordnung ist. Wir freuen uns und sind sehr sehr dankbar.

1. Erholungstag

Mai 17, 2012

Nach einem erholsamen Schlaf sind wir für einen Feiertag, an dem wir nicht zur Kirche gingen, recht früh aufgestanden. Rollo hatte keine Überraschungen vorbereitet. So konnten wir sofort mit den Hunden gehen. Über eine Stunde waren wir unterwegs und haben wunderschöne Bilder bei dem schönen Licht und der schönen Wolkenbildung gemacht.

Danach haben wir im Fernsehen den Gottesdienst vom Deutschen Katholikentag mitgefeiert. Erst danach haben wir das Frühstück vorbereitet. Alles ohne Hetze, ganz in Ruhe.

Unser Mittagessen war beendet, als andere Leute schon ans Abendessen dachten. Wen kümmert es? Wir haben es genossen.

Das einzig Blöde ist, daß wir uns zum Mittagschlaf hinlegen, wenn andere Menschen meinen, nun könne man aber bestimmt anrufen. :)

SMS von Gott

Mai 16, 2012

Für heute:

Gott reißt dich aus den Klauen der Angst. Er gibt dir wieder weiten Raum.

Hiob 36, 13

Ja , das ist wahr! Heute war der letzte Tag des zweiten Chemo-Kurses. Die ersten Tage liefen nicht so gut ab. Bernd hat zwar die Infusionen gut vertragen, aber die Begleitumstände waren alles andere als erfreulich: Am Montag fanden wir ein total überfülltes Wartezimmer vor. Bis die Tortur begann, waren 1 1/2 Stunden vergangen. Die Infusionen, die über drei Stunden laufen sollten, dauerten erheblich länger. So kamen wir nach sieben – in Zahlen 7 ! Stunden Abwesenheit wieder zu Hause an, in Erwartung einer Überraschung (Hundehaufen und Bach) in der Küche. De Überraschung gab es tatsächlich: Rollo hatte durchgehalten. Das war Gottes Trostpflaster für uns.

Gestern gab es nur ein Gift, das sollte ungefähr eine Stunde fließen. Aber die Schwester war zickig. Wir machten sie darauf aufmerksam, daß der Tropf zwar lief, aber so langsam, daß wir dem Ende kaum näher kamen. “Nein nein, davon haben Sie keine Ahnung.” Nach eineinhalb Stunden sagten wir ihr, daß er nur ein Viertel durchgelaufen war. “Da steht ja auch, daß er über eine Stunde laufen soll!”  Nach zweieinhalb Stunden sagte sie, wir hätten ihr auch vorher sagen können, daß der Tropf zu langsam lief.

Zudem hat sie dauernd dafür gesorgt, daß neue “Opfer” den Stuhl haben mußten, den ich gerade “besaß”. Sie holte die Patienten extra aus anderen Räumen herüber. So mußte ich die ganze Zeit über auf einem Hocker (ohne Lehne) mit äußerst beweglichen Rollen sitzen. Ich war wirklich gerädert.Beim heutigen Frühstück hatte ich regelrecht Angst vor dem neuen Termin und neuen Repressalien.

Heute morgen nun kam die o.a. SMS von Gott. Ich habe sie immer wieder gelesen und Bernd auch. Und siehe da: “Unser” normaler Platz war besetzt, wir gingen in einen anderen Raum. Dort fand Bernd einen Liegesessel, neben den ich einen Sessel schieben konnte, der Tropf wurde schneller gestellt mit der Auflage, daß Bernd sich sofort melden müsse, wenn er Schmerzen habe. Er hatte keine. Der Tropf  lief so schnell, wie er sollte. Die Schwester von gestern sahen wir nur von weitem. Sie kam uns nur zum “Befreien” nahe, und da war sie freundlich.

Bernd geht es gut. Er hat nun zweidrittel der Chemo überstanden und 3 1/2 Wochen bis zum nächsten Kurs. Er sieht natürlich sehr verändert aus: das Haupthaar habe ich ihm geschoren, der Bart hat nur noch weiße Haare, ebenso die Augebrauen. Die grauen Haare haben das Weite gesucht, bzw. sie finden sich überall, wo sie nicht hingehören.

Spurgeon, Kleinode …

April 30, 2012

Gestern gefunden, als es nötig war:

Sprich nicht: Ich will Böses vergelten. Harre des Herrn, der wird dir

helfen!

(Sprüche 20, 22)

Licht im Dunkeln

April 12, 2012
Losung des Tages.

Du, HERR, bist meine Leuchte; der HERR macht meine Finsternis licht.
2.Samuel 22,29

Christus spricht: Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
Johannes 12,46

Nach den doch im Ganzen sehr niederdrückenden Erlebnissen von gestern fühlten wir uns im Dunkel alleingelassen und haben herzlich darum gebetet, daß die Losung für heute doch auch für uns wahr werden würde.

Die Onkologin hat uns Bernds möglichen Befund in aller Schärfe und Härte vor Augen gestellt und so gut wie keine Hoffnung auf Heilung gemacht. Und das ohne den letzten pathologischen Befund und seine möglichen Konsequenzen zu kennen; denn unsere gesamten Unterlagen waren bei der Rezeption verschlampt worden.

Kurz nachdem wir so gebetet hatten, läutete das Telefon. Am Apparat war der Neurologe aus Norden – himself – und sagte, wir könnten heute mittag um 12.30 h zum ersten Kontakt in seine Praxis kommen. Unsere liebe Freundin habe sich so sehr für uns eingesetzt, daß er mit seiner Frau eine Möglichkeit gesucht und gefunden habe. Halleluja!

Wir waren pünktlich dort und warteten einige Zeit. Bei Bernd wurde gleich ein EEG gemacht. Später hat seine Frau (auch eine Ärztin) noch eine Dopler Sono gemacht, und wir haben uns sehr gut mit ihr verstanden. Sie kommt aus Wipperfürth und kennt die frühere Lüdenscheider Musikscene. Ihre Mutter war Pianistin, sie selbst spielt auch Klavier.

Der Neurologe selbst ist ein ausgezeichneter Cembalist, den wir von Konzerten von weitem kannten. Bernd freute sich über dieselbe Wellenlänge und er auch. Aber er hat Bernd auch neurologisch untersucht und getestet. Alles was er so gleich bewerten konnte, war in Ordnung. Das andere wird er heute abend sichten und bewerten. Morgen sollen wir wiederkommen, und dann soll alles Weitere besprochen werden. Beide Männer freuen sich darauf.

Mann und Frau haben aber Mut gemacht, die kommenden Therapien durchzuhalten.

So kann ich nur bestätigen, was ich heute morgen zur Losung las:

Wie Gott helfen wird, weiß ich nicht,
aber daß er mir hilft,
glaube ich fest.
(ALfons Wachsmann)

So ein Tag …!

April 10, 2012

Die Liste der zu führenden Telefonate war etwas bedrohlich für uns. Was war zuerst zu erledigen? Neurologe, Sanderbusch, Martini-Klinik in Hamburg? Dagegen wirken Installateur und Autowerkstatt harmlos.

Wir haben die Frage Gott im Gebet vorgelegt, und so haben wir zunächst den Neurologen um einen Termin gebeten, weil bei Bernd doch ziemliche Nebenwirkungen des Antiepileptikums auftreten. Der früheste Termin: im Juli. Meine Güte!!!! Aber das ist wohl bei allen Neurologen so.

Unsere liebe Freundin hat sich für uns eingesetzt, und nun haben wir doch Hoffnung auf einen früheren Termin, damit Bernd geholfen wird.

Danach hat Bernd die Chefsekretärin in Sanderbusch angerufen und sie gebeten, doch die erneute Überprüfung in Hamburg einzufordern. Aber Pustekuchen! Der 3. Befund war beim Chefarzt noch nicht gelandet. Wahrscheinlich liegt der noch bei den tollen Stationsärzten. Der Oberarzt riet uns, die Untersuchung direkt in Hamburg zu erbitten.

So haben wir bei der Station angerufen und das Fax dorthin geschickt. Zusätzlich haben wir den Professor angemailt. Von dort bekamen wir von seiner Sekretärin eine Bestätigung mit der Zusicherung, dem Prof. Bescheid zu geben. Geht doch! :)

So hoffen wir, daß wir nun bald der Bekämpfung des Primärtumors etwas näher kommen.

Die “harmlosen” Gespräche haben wir dann auch erledigen können.

 

 

Heinzelmännchen – in Hage

April 10, 2012

Es gibt noch Heinzelmännchen: Ohne daß wir auch nur darum gebeten hätten, haben Heiko Willms und seine Frau für uns den Ansgari-Boten ausgetragen, als Bernd im Krankenhaus war und ich ihn jeden Nachmittag bis Abend in Sanderbusch besuchte. Ganz herzlichen Dank!!!!!

Osternacht

April 7, 2012

Bernds Spruch zur Tauferinnerung: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Mein Spruch zur Tauferinnerung: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Die Sonne bringt es an den Tag…

April 7, 2012

Gut geschlafen und ausgeruht erwacht hatte ich schon befürchtet, daß ich für Rollo zu spät dran war. Aber er hat mich angenehm enttäuscht: die Küche war sauber. Schnell den Jogginganzug an und raus mit ihm.

So begann der Tag gleich recht erfreulich. Ein paar graue Wolken nahmen schnell reißaus, und seitdem haben wir strahlenblauen Himmel und eine Sonne, die schon richtig wärmt. Beim Radfahren wurde es allerdings doch etwas ungemütlich, wegen des scharfen Nordwindes.

Bei diesem strahlenden Wetter fielen mir doch meine verkümmerten Pflanzen im Kübel unangenehm auf. Sie haben unsere mangelhafte Fürsorge verübelt. So mußten neue Blumen her.

Ebenso vernachlässigt sahen unsere Fenster aus. Also habe ich sie nach ostfriesischer Art gewaschen, d.h. zumächst mit einem weichen Spinnenbesen eingeseift und dann mit klarem Wasser abgespritzt. Mehr nicht. Toll! Den Rest macht der Wind. Innen waren sie schon sauber.

Bernd hat die Straßenfront von den Hinterlasenschaften von Menschen (Kippen, Verpackungen, Tempotücher und dergl.) und Hunden (nicht unseren) befreit. Nun sind wir bereit für Ostern. Auch so.

Heute abend spät geht es noch einmal aus dem Haus zur Osternachtfeier.Die Kirche ist zunächst fast ganz dunkel. Der wunderbare Schnitzaltar ist zugeklappt. Nur das Lesepult und der Altar haben ein wenig Licht, so daß die Lesungen gehalten werden können. Oben auf der Empore hat der Chor nur gerade so viel Licht, daß man die Dirigentin und ggf. die Noten erkennen kann.

Jeder Gottesdienstbesucher bekommt eine Kerze, die ihr Licht von dem Osterlicht bekommt, das im Verlauf des Gottesdienstes hereingetragen wird. Wenn es heit: Christ ist erstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!, geht ein Aufatmen durch die Gemeinde, alle Kerzen sind entzündet, der Altar wir aufgeklappt und Osterlieder werden gesungen.

Morgen um 8 Uhr ist in der Friedhofskapelle Auferstehungsfeier. Dort spielt der Posaunenchor und danach an den Gräbern Auferstehungslieder. Aber dieses Mal werden wir dort nicht mitspielen. Das ist noch zu viel für Bernd.

Aber auf diese Nacht freuen wir uns.


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